poetic reading
Gefilterte Beobachtung mit Fadenkreuz im Zentrum – ein Triggerpunkt, den Menschen, Tiere und Gegenstände nur knapp vermeiden. Unbewusst der drohenden Gefahr. Wie oft entgehen wir der Katastrophe nur um Haaresbreite? Ist Risiko der rote Faden im Gewebes des Lebens? Ist die Gefahr zum Zielobjekt zu werden neu oder einfach nur bewusster geworden?
Sachliche Beschreibung
Schwarz-Weiß-Aufnahmen invertiert lassen die dargestellte Landschaft wie Röntgenaufnahmen erscheinen. Ein Fadenkreuz im Zentrum der Bildfläche zieht Aufmerksamkeit und Erwartung. Zugvögel, eine Rudergruppe, Menschen im Fesselballon und andere Situationen in der freien Landschaft werden mit dieser Ästhetik beobachtet, wobei das Zentrum immer ganz knapp frei bleibt. Eine Meditation über die immer gegebene Gefahr, zum Ziel zu werden.
Denkbare Assoziation
Die Ästhetik vermittelt untersuchende Aufnahmen. Bildgebende Verfahren wie Röntgen, Nachtsicht, Zieloptik, Makroskop, militärische Beobachtung, Laborsituation. Mit dieser speziellen Optik wird der Alltag seziert. Das weckt Fragen von Verletzlichkeit, Fragen nach zivilen Zielen. Widerspruch zwischen unbedarfter Freizeit und ausharrender Bedrohung. Worauf wartet das Sichtfeld mit markiertem Zielpunkt? Auf etwas Spezielles oder irgendetwas, das den Kreuzungspunkt trifft? - Zufall - Präzision der Gewalt - Miitärische Bedrohung - Verletzlicher Frieden - Jägerblick
Künstlerische Absicht
Dieses Werk verbindet die technsich verstärkte Fernsicht durch militärische Beobachtungsinstrumente mit den friedlichen Bildern eines entspannten Sommertages. Eine schussbereite Waffe erscheint in Kontrast zum sorglosen Verhalten in einer offenbar friedlichen Landschaft. Spannung entsteht durch das Beinahe-Verfehlen in jeder Aufnahme. Die Arbeit stellt Fragen nach der Verletzlichkeit des Freizeitlebens und dem Tabu zivile Objekte ins Visier zu nehmen.
Schlagworte
Original artistic project
Choreografische Bilder im Feld (2011)