Eskapaden im Sonnenschein
poetic reading
Sommer Das Gras steht hoch. Es überwuchert die Bankreihen einer Freilichtbühne Zwei Jungs sind im Sitzen eingeschlafen, nach vorn gekippt Wieviel Geduld haben sie mitgebracht, wieviel Hoffnung auf ein Ereignis, das sie wachhalten würde? Hier liegen sie friedlich beieinander, in den Schlaf gesunken, im hohen Gras, zwischen leeren Sitzreihen, in des Sommers Schwüle.
Sachliche Beschreibung
Hoches Gras bestimmt das gesamte Bild. Kein Horizont. Kein Schatten im heißen Sommer. Zwischen den Halmen sind hölzerne Bänke zu sehen. Bänke in Reihen, wie für ein Publikum einer Freilichtbühen. Im Zentrum des Bildes zwei junge Mäner vornüber gesunken, in Schlaf.
Denkbare Assoziation
Wenn Lebewesen schlafen, nehmen sie sich eine Auszeit von der Welt Den Ort, den sie zum Schlafen wählen, halten sie für sicher genug zumindest bis zu ihrer Rückkehr Dass hier nichts passiert, scheint so sicher wie das Amen in der Kirche Doch wie sicher ist das heute noch?
Künstlerische Absicht
Allgemein gilt der Schlaf als Regenerationszeit. Wir sind kurz weg, um danach wieder fit und anwesend zu sein. Aber das tut dem Schlaf Unrecht. Im Schlaf passiert mehr, und wir bleiben weiterhin empfindsam für alles, was um uns geschieht, wer nahe ist und wer fern. Soziale Wesen bleiben auch im Schlaf sozial.
Schlagworte
Original artistic project
Choreografische Bilder im Feld (2011)